Zirkonoxidtiegel bestehen aus Zirkoniumdioxidpulver, das in eine Form gegeben, mit einem geringen Prozentsatz an Kalzium oder Yttriumdioxid stabilisiert, und durch heißisostatisches Pressen in Form gebracht und geglüht wird. Es gibt verschiedene Qualitäten in Bezug auf Dichte oder Porosität. Neben Tiegeln für die Edelmetallindustrie wird Zirkonoxid auch in anderen technischen Anwendungen eingesetzt, z.B. für künstliche Zähne und Knochenersatz sowie für Brennstoffzellenmembranen.
Durch die Rohform als Pulver können viele verschiedene Abmaße und Geometrien hergestellt werden.
Zirkonoxid ermöglicht das Schmelzen und Scheiden bei hohen Temperaturen bis zu 2700 °C und ist sehr inert. Dadurch kommt es nicht zu unerwünschten Reaktionen mit dem reinen Edelmetallprodukt (mit Ausnahme von Palladium). Es ist sehr beständig gegen die meisten Säuren. Selbst Flusssäure und Schwefelsäure wirken nur langsam auf das Material ein.
Es eignet sich zum Schmelzen von Gold, Silber, Platin, Rhodium und verschiedenen Legierungen und Mischmetallen (Recycling). Insbesondere beim Schmelzen von Platin und Rhodium wird es aufgrund des sehr hohen Temperaturbereichs und der hohen Zyklenzahl in solchen Anwendungen häufig eingesetzt. Nur Palladium reagiert mit Zirkonoxid so, dass das Endprodukt spröde und leicht porös wird.
Jedoch ist Zirkonoxid für den Einsatz in der induktiven Erwärmung nicht geeignet und hat eine geringe Temperaturwechselbeständigkeit, sodass mit diesem Material nur langsame Heizkurven gefahren werden können. Langsames Erwärmen und langsames Abkühlen ist also hierbei empfehlenswert.